ÜBER MICH

Schon mit fünf Jahren wusste ich: Es muss die Violine sein.

Eigentlich sollte ich Pianistin werden. Doch einer aufmerksamen Klavierlehrerin in der Musikschule Homburg habe ich es bis heute zu verdanken, dass ich schließlich doch den Weg zur Geige fand.
„Wenn Ihre Tochter aber doch so gerne Violine lernen möchte – warum lassen Sie sie dann nicht?“

Kurz darauf hielt ich meine erste kleine Violine in den Händen und erhielt Unterricht nach der Suzuki-Methode bei Herrn Gibe. Damals ahnte ich noch nicht, dass dieses Instrument viele Jahre später nicht nur mein Beruf, sondern der Mittelpunkt meines Lebens sein würde.

Mit zwölf Jahren kam zusätzlich das Klavier dazu, das ich ebenfalls bis heute gerne spiele. Doch meine große Liebe blieb immer die Violine.

Und auch wenn das Üben nicht immer meine Lieblingsbeschäftigung war, hatte ich einen kleinen Vorteil: Ich konnte Musik schon früh nach Gehör nachspielen. Statt stundenlang Noten zu analysieren, hörte ich mir Stücke an und spielte sie einfach nach – sehr zur Freude meiner Eltern vermutlich oft auch ungefragt.

Nach dem Abitur führte mich mein Weg an die Hochschule für Musik Saar. Noch vor meinem Abschluss durfte ich Konzertreisen nach Italien, China und sogar bis nach Sibirien erleben.


Im Laufe der Jahre erweiterte ich mein musikalisches Spektrum stetig. Ich gründete Ensembles wie das „Duo Espressi“ und „Let’s Duet“, dirigierte das Sinfonieorchester der Universität des Saarlandes, mit dem wir beim Deutschen Bundesorchesterwettbewerb 2016 in Ulm einen zweiten Platz erreichten, arbeitete mit Orchestern und Chören und konzertierte als Solistin.
Ein besonderer Höhepunkt war dabei Max Bruchs „Schottische Fantasie“ gemeinsam mit dem Orchestre Symphonique Saar-Lorraine.

Meine Neugier auf Musik führte mich außerdem weit über die Violine hinaus: Ich nahm Orgelunterricht, lernte einige Jahre Horn und durfte schließlich sogar als zweites Solohorn in einem Konzert auftreten. Doch egal, welche Wege ich musikalisch erkundete – am Ende führte mich alles immer wieder zurück zur Geige.

Dann kam die Pandemie.

Wie für viele Musiker brach plötzlich eine ganze Welt weg. Konzerte verschwanden, Proben verstummten und zum ersten Mal begann ich ernsthaft zu hinterfragen, ob ich den richtigen Weg gewählt hatte.
Ich fragte mich: Hat Musik in unserer Gesellschaft überhaupt einen Wert?

Wie für viele Musiker brach plötzlich eine ganze Welt weg. Konzerte verschwanden, Proben verstummten und zum ersten Mal begann ich ernsthaft zu hinterfragen, ob ich den richtigen Weg gewählt hatte.
Ich fragte mich: Hat Musik in unserer Gesellschaft überhaupt einen Wert?

Ich nutzte diese Zeit, um andere Lebensbereiche kennenzulernen. Ich begann ein Mathematikstudium an der FernUniversität Hagen, arbeitete in einem Seniorenheim, in der Produktion, bei „Essen auf Rädern“ und später sogar in der Gastronomie. Fast vier Jahre lang war ich auf der Suche nach einer neuen Richtung.

Und genau diese Zeit zeigte mir schließlich etwas sehr Wichtiges:
Musik ist vielleicht nicht lebensnotwendig – aber sie ist dennoch essenziell. Kunst, Kreativität und Emotionen sind ein Teil dessen, was uns als Menschen verbindet.

Also bin ich zurückgekehrt.
Mit neuer Motivation, neuen Ideen und vielleicht mehr Leidenschaft als je zuvor.

Heute bin ich Teil des professionellen Cordamanti-Quartetts, entwickle neue Soloprojekte und verbinde klassische Musik zunehmend mit moderner Technik – unter anderem in meinem „Klonquartett“, das mithilfe von Greenscreen- und KI-Technik entsteht.

Ich freue mich darauf, Menschen mit meiner Musik zu berühren und sie für einen Moment in eine Welt voller Fantasie, Emotionen und Klangfarben mitzunehmen.